Letztes Jahr im August hatte ich die Nachricht bekommen, dass sich eine neue Metastase am 1. LWK (Lendenwirbelkörper) gebildet hatte. Das war eine sehr schlimme Nachricht für mich. Nicht das erste Mal dachte ich, das wäre mein Todesurteil. Aber ich lebe immer noch, und kann jetzt rückblickend über dieses Ereignis berichten.

Ich muss sagen, ich empfinde mein Leben grundsätzlich als glücklich, zufrieden und bereichernd. Nicht jedoch im August 2017. Plötzlich hatte ich das Gefühl, etwas im Leben verpasst zu haben. Etwas, das ich nicht mehr erreichen kann. Grundsätzlich drehten sich diese Gedanken um zwei Dinge.

  1. Ich war nicht nach Frankreich ausgewandert
  2. Ich hatte keinen Partner

Diese beiden Themen waren mir im Alltag nie in den Sinn gekommen. Meine Todesangst führte dazu, dass ich beide Dinge noch realisieren wollte. Sogleich meldete ich mich bei einer Partnerbörse im Internet an. Die Sache mit Frankreich war etwas schwieriger zu realisieren. „Du musst ja jetzt nicht gleich auswandern, kannst auch erst mal in Frankreich Urlaub machen“, sagten meine Freunde. Gute Idee!

Gesagt – nicht getan.

Nach ca. 1 Monat hatte ich mich von dem Schrecken der neuen Metastase erholt, und fand es totalen Blödsinn, was ich dachte verpasst zu haben.

  1. Ich bin glücklich als Single
  2. Ich will gar nicht nach Frankreich ziehen

Oder doch?

Bis heute dachte ich, dass man sich unter Todesangst komische Sachen wünscht. Irrsinniges Zeug, was man bei vollem gesunden Bewusstsein gar nicht bereut hätte.

Aber:

Eine Freundin meinte heute, dass das vllt. Dinge sind, die man sich unterbewusst wünscht.

Interessante Anregung! Einen Gedankengang wert. 🙂

Letztendlich kann ich die Frage nicht beantworten. Denke, die Zeit wird zeigen, was mir wichtig ist. Ein Faible für Frankreich habe ich in jedem Fall trotzdem. 😉

Was will ich im Leben